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07.06.2017 17:02

Individualisierte Therapie

Die NOA-20-Studie untersucht Therapie- entscheidungen auf Basis molekularer Tumor-Eigenschaften

 

Die seit längerem geplante NOA-20 Studie nimmt individualisierte Therapieentscheidungen aufgrund molekularer Tumoreigenschaften in den Fokus. Auf den Seiten der Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft heißt es dazu: „Die zunehmende Individualisierung der Krebstherapie spiegelt sich auch in den klinischen Studien durch neue Studienkonzepte wie Umbrella- oder Basket-Studien wider. Während bei Basket-Studien Patienten mit unterschiedlichen Tumorindikationen aber gleicher genetischer Alteration in einem gemeinsamen Protokoll behandelt werden, werden bei Umbrella-Studien Patienten einer Tumorindikation auf unterschiedliche Alterationen untersucht, für die dann verschiedene zielgerichtete Therapien angeboten werden.“

 

Das für die N2M2-Studie entwickelte Umbrella-Konzept basiert auf dem Heidelberger INFORM-Register für rezidivierte Malignome im Kindesalter und nutzt gleichermaßen verschiedene Methoden der Gensequenzierung, um Möglichkeiten einer zielgerichteten Therapie ausfindig zu machen.

 

Die Studie schließt erwachsene Patienten mit neu diagnostiziertem Glioblastom mit unmethyliertem MGMT-Promotor und ohne IDH-Mutation ein. Anstelle der Standardtherapie mit Temozolomid werden die Patienten in den verschiedenen Studienarmen mit einem auf molekularer Basis zielgerichteten Wirkstoff in Kombination mit einer Strahlentherapie behandelt. Kommt auf Grundlage des analysierten molekularen Profils kein experimenteller Wirkstoff in Frage, werden die Patienten in die Studienarme mit APG101, Atezolizumab oder Temozolomid aufgenommen.

 

An voraussichtlich 13 Zentren in Deutschland sollen etwa 75 bis 100 Patienten pro Jahr in die Studie aufgenommen werden (insgesamt 350). Neben in Paraffin eingebettetem Gewebe wird für die Analysen auch frisches Tumormaterial und eine Blutprobe benötigt.

 

Parallel laufende Projekte des Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) widmen sich der Untersuchung der prognostischen Aussagekraft verschiedener Biomarker, um Therapieentscheidungen im Rahmen der Studie zu optimieren.

 

Mit dem Projekt SPECTAbrain der European Organization for the Research and Treatment of Cancer (EORTC) läuft derzeit eine weitere Studie, die das Ziel verfolgt, Patienten auf Grundlage molekularer Eigenschaften des Tumors einer zielgerichteten Therapie zuzuführen.

 

Die N2M2-Studie startet voraussichtlich im Juli.

 

© 07.06.2017 bdr, Deutsche Hirntumorhilfe e.V. | www.hirntumorhilfe.de

 
 

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